1
4
3
2
5
6
7
8

Kado Ikebana stellt sich vor

hervorgehoben

Ikebana Rikka, by Hirozumi Sumiyoshi, via Wikimedia Commons

Ikebana Rikka, by Hirozumi Sumiyoshi, via Wikimedia Commons

Herzlich Willkommen auf dem Blumenweg!

Die Japanische Kunst des Blumensteckens, ist facettenreich: Ikebana ist künstlerische Ausdrucksform, floristisches Handwerk und in der Form des Kado ein ZEN-Weg.

Als Lehrerin der Sogetsu-Schule Tokio bietet Daniela Borschel Ikebana-Unterricht, vom Schnupperseminar über themenspezifische Workshops bis zu Kado-Retreats.

Als Ikebana-Künstlerin organisiert sie Einzel- und Gemeinschafts-Ausstellungen, gestaltet Arrangements zu Jubiläen, Kongressen, Messen und Events.

Als Kado-Lehrerin begleitet sie Menschen, die Ikebana auf ihrem Entwicklungsweg als Teil ihrer integralen Lebenspraxis praktizieren.

Facebooktwittergoogle_pluslinkedinmail
Veröffentlicht in Post

kodomo no hi – Japanischer Tag der Kinder

Inzwischen für Buben und Mädchen

Am 5. Mai wird in Japan der Tag der Kinder, kodomo no hi, gefeiert, um allen Kindern Glück und Gesundheit zu wünschen. Ursprünglich wurde dieser Festtag als Knabenfest, tango no sekku, gefeiert, entsprechend dem Mädchenfest am 3. März.

kodomo no hi

Karpfen-Fahnen im Wind

Zum Knabenfest befestigen Haushalte im Freien Karpfen-Fahnen, koi no bori. Ihre Anzahl, Farbe und Größe unterliegen strengen Regeln je nach Geschlecht und Rang der einzelnen Familienmitglieder. Ursprünglich wurden für die Mädchen keine Karpfen-Wimpel befestigt, was moderne japanische Familien heute tun. Mit dem Koi verbinden Japaner Kraft, Ausdauer, Stärke und Lebensfreude, da er zu den wenigen Fischen gehört, die stark genug sind flussaufwärts zu schwimmen und Wasserfälle zu überwinden.
Wenn Sie zum Kinderfest am 5. Mai 2016 noch nichts vorhaben, besuchen Sie doch den Japanischen Garten in Bad Langensalza zum Japanischen Kinderfest – Informationen. Es ist ein wunderschöner Ort und immer einen Ausflug wert.

kodomo no hi

Japanische Familie bestelt Karpfen

Iris und Schwertlilie

Nach dem Kaiserlichen Hofkalender fand am selben Tag das Irisfest statt, um mit dem Schmuck von Irisblättern und Beifußzweigen die bösen Geister zu vertreiben. Deshalb gestalten viele Ikebana-Schulen noch heute Arrangements mit Iris bzw. Schwertlilien zum Tag der Kinder. In Ikebana-Arrangements spielen die Blätter der Schwertlilie mit ihrer schwertähnlichen Form eine bedeutende Rolle. Die Schwertlilie ist in Japan Glückssymbol und Zeichen von Stärke und Ausdauer. Das „ideale“ Ikebana besteht nur aus Blättern und Blüten der Schwertlilie, die auf eine spezifische Weise zusammengebaut bzw. gestellt werden. Alternativ kommen Pflanzen-Materialien zum Einsatz, die geradlinig und aufwärts strebend sind und daher nah an diese Symbolik heran reichen.
Von großer Bekanntheit ist in Japan auch das Suigo Itako Iris-Fest. An den Ufern der Wasserläufe rund um die Stadt Itako blühen ab Ende Mai rund 500 verschiedene Arten von violetten, gelben und weißen Schwertlilien – insgesamt sollen es rund eine Million sein. Die in der schwülen Regenzeit von Regentropfen benetzten Blüten der Lilien bilden einen erfrischenden Anblick und haben japanische Künstler unterschiedlicher Epochen inspiriert. Sie dienen noch heute als Vorbild für Ikebana-Arrangements mit Schwertlilien.

Facebooktwittergoogle_pluslinkedinmail
Veröffentlicht in Post

Kirschblüte – Sakura

Kirschblüte in Japan

In Japan startet Sakura, bereits Mitte oder Ende März. Sie beginnt in Kyūshū, zieht dann weiter in Richtung Nordosten bis sie schließlich Anfang Mai in Hokkaidō ankommt. Weiterlesen zur Japanischen Kirschblüte auf Wikipedia

Kirschblüte, Sakura, Kaiserpalast Tokio

von „Tyoron2“ („Tyoron2’s file“) [Public domain], via Wikimedia Commons

Ikebana und Sakura

Kirschblüten finden auch in Ikebana Anwendung, wenngleich eher selten aufgrund ihrer begrenzten Blütezeit und der Neigung der Japaner(innen) die Kirschblüte eher im Freien mit Freunden und Familie unter Bäumen zu genießen.

Die einzelnen Kirscharten weisen unterschiedliche Farbgebungen auf, die von weiß über hellrosa, zu dunkelrosa bis fast  fuchsiafarben reichen. Entsprechend werden sie gerne mit grünem Laub kombiniert. Kasumi Teshigahara, die Tochter des Gründers der Sogetsu-Schule Hiroshi Teshigahara, kombiniert in ihrem Buch „Das Ikebana Jahr“ Gefüllte Japanische Kirsche (Prunus serrulata Plena) und Ahorn (Acer Japonicum) als Nageire (Vasen-Arrangement).

Wenn Sie Blumen zu den Zweigen ergänzen möchten, empfiehlt Kasumi Teshigahara als Kombination zur (weiblichen) Kirschblüte die (männliche) Iris, und stellt damit zwei Pflanzen von hoher Symbolkraft nebeneinander.

Kirschblüten säumen den Weg

von Manmaru (Eigenes Werk) [Public domain], via Wikimedia Commons

Kirschblüte im Film

Vielleicht erinnern Sie sich an den Film „Kirschblüten – Hanami“ von Doris Dörrie, einer von mehreren Filmen, die zur Zeit der Kirschblüte in Japan spielen oder diese in den Mittelpunkt stellen.

Japanische Filme haben im Uferpalast Fürth inzwischen Tradition. Im Original mit Untertiteln zeigt das Kino in der ersten Aprilwoche 2016 den Film „Kirschblüten und rote Bohnen“ (J/F/D 2015). Diesen Film möchten wir Ihnen gerne weiterempfehlen, denn er gehört zu den herausragenden Filmen der aktuellen Filmszene in Japan. Link zum Trailer und weiteren Informationen

Facebooktwittergoogle_pluslinkedinmail
Veröffentlicht in Post

Ikebana für Samurai und echte Männer

Kurse exklusiv für Männer

Ein Samurai mit Schwert blickt hinter sich. In der Hand hält er einen blühenden Zweig. Vor ihm steht ein Bambusgefäß.

Samurai gestaltet Ikebana (1)

Bereits seit 1982 gibt es im Sogetsu Kaikan, der Zentrale der Ikebana Sogetsu Schule Tokio ein spezielles Kursangebot für Männer. Für die Samurai des Alltags wechseln sich drei Lehrer seither im Unterrichten ab. Dieses Angebot wurde für Männer ins Leben gerufen, die sich in Klassen mit mehrheitlich weiblichen Studierenden unwohl fühlen könnten und ihre „männliche“ Sensibilität ausdrücken möchten.

Stellt sich also die Frage: Wie konnte es kommen, dass eine ursprünglich von Männern, wie buddhistischen Mönchen, japanischen Adligen und Samurai-Kriegern gepflegte Kunstform heute überall auf der Welt mehrheitlich von Frauen praktiziert wird?

In Japan zählt Ikebana als eine Form des Praktizierens spiritueller und ästhetischer Kunst und wird als Fähigkeit kultivierter Japaner und Japanerinnen gleichermaßen geschätzt. Ikebana verkörpert viele Prinzipien des japanischen Lebens, z.B. den hohen Wert einer einfachen und stark symbolischen Ästhetik. Die Praxis des Blumenweges, Kado, dient damit gleichzeitig der Verinnerlichung dieser und weiterer Prinzipien japanischer Kultur.

Ein Mann kniet vor einem Andachtsbild und gestaltet ein Ikebana.

Mann gestaltet Ikebana (2)

Spiritualität und Ästhetik für alle

Seit dem 15. Jahrhundert ist Ikebana offen geworden für alle Schichten. Einfachere Arrangement-Formen benötigen seither keine Tempel oder Paläste mehr und passen in jedes Haus. Traditionell gehört es seit dieser Zeit zum guten Ton, dass japanische Frauen in Vorbereitung auf ihre Heirat einen „Grundkurs“ mit Ikebana, Teezeremonie, Kalligraphie und anderem belegen. Hierin liegt vielleicht eine Ursache für die Verschiebung der Geschlechterverhältnisse. In manchen Punkten bleibt man sich in Japan dennoch treu. Die großen  Ikebana-Schulen werden nach wie vor in der männlichen Linie von Iemoto zu Iemoto vererbt.

Was meinen Sie. Ist Ikebana etwas für (echte) Männer von heute? Ich freue mich auf Ihre Kommentare und mehr Männern in meinen Kado-Ikebana-Kursen.

 

Fotos via Wikimedia Commons: Foto 1 und 2: Utagawa Kunisada [Public domain].

Facebooktwittergoogle_pluslinkedinmail
Veröffentlicht in Post